Oranienbaum

Ensemble aus Stadt, Schloss und Park

Die Entstehungsgeschichte

Es gab mehrere Eisvorstöße nach Mitteleuropa. Die Ablagerungen von drei lassen sich in Mitteldeutschland sehr gut unterscheiden. Vor etwa 200000 Jahren bildete sich am Südwestrand der Gletscher ganz Norddeutschland durchziehende Hügelkette asus Endmoränen, zu denen auch der Fläming gehört. Das beim Abtauen der Gletscher entstehende Schmelzwasser schuf über 10 km breites Tal, das sogenannte Breslau-Magdeburg-Bremer Urstromtal, in dem die Elbe von Wittenberg bis Magdeburg verläuft. Wechselnde Intensität des Schmelzwasserabflusses mit den Jahreszeiten führte unter anderem zur Bildung von Talsandinseln und Sanddünen, die noch heute in der Landschaft erkennbar sind und als „Berg“ oder „gora“ (slawisch für Berg) bezeichnet werden. Auf einer Kette solcher Erhebungen liegen im Stadtgebiet Gohrau, Riesigk, Wörlitz, Griesen, Münsterberg, Drehberg, Vockerode, Sieglitzer Berg und Leiner Berg. Die Elbe verläuft in unserem Gebiet im eiszeitlich geformten Urstromtal und suchte sich im Laufe der Zeit immer wieder neue Abflusswege. Überwiegend sandige Ablagerungendrückte die Abflussbahn der Elbe mit der Zeit in die nördliche Randsenke des Urstromtals. Reste alter Flussläufe sind als Seen erhalten; dazu zählen der Rehsener See, der Schönitzer See, der Radehochsee, der Dobritzsee, das Große und kleine Walloch in den Wörlitzer Anlagen, der Riß, der Krägen, der Löbben und der Leiner See. Auch verschiedene im Gebiet vorhandene Gräben verlaufen in Elbaltarmen, zum Beispiel der Hohenbreitgraben, der Fließgraben und der Krägen oder auch der Kapengraben.

Frühe Funde einer Besiedlung finden sich in Riesigk, Wörlitz und Oranienbaum. Im 6. Jahrhundert n.Ch. fiel das Gebiet um Dessau an das Fränkische Reich, im 7. Jahrhundert siedelten hier slawische Stämme und im 10. Jahrhundert wurde das Gebiet dem Herrschaftsbereich der deutschen Könige einverleibt. Frühe slawische Siedlungsspuren finden sich am Sieglitzer Berg sowie bei Wörlitz und Vockerode. Im 10. Jahrhundert bestanden im Dessauer Gebiet drei natürlich begrenzte slawische Gaue: nördlich der Elbe den Gau Zerwisti (daraus entstand der Name Zerbst), zwischen Saale und Mulde den Gau Serimunt und östlich der Mulde den Gau Nizici (oder Nichajici, daraus entstand möglicherweise der Ortsnamen Nichaize, später Nischwitz). Nischwitz lag nicht auf einer Talsandinsel auf einer erhöhten Sandfläche am südlichen Rande des Urstromtals.

Eine auf dem Sieglitzer Berg liegende Wallburg wird 997 als Susili oder Siusili erwähnt. Die Siedlung Sieglitz bestand noch1314; 1387 wird berichtet sie sei wüst gefallen. Mitte des 12. Jahrhunderts entstand der erste Deich in unserem Gebiet, der heute noch erkennbare Bärenwall nördlich von Wörlitz. Aus dieser Zeit gibt es auch erste Erwähnungen von Siedlungen innerhalb des heutigen Stadtgebietes: Vockerode (wahrscheinlich 1166), Griesen (1166 und 1200) und Wörlitz (1196) sowie Gohrau, Kakau, Rehsen und Schönitz (alle 1200).

Om 13. Und 14. Jahrhundert gab es eine Burg in Wörlitz, die 1487 durch ein Schloss ersetzt wurde. Aus dem Dorf Wörlitz entwickelte sich ein Städtchen, das 1440 erstmalig Stadt, später auch Flecken und Markt genannt wird, und als zentraler Ort für ländliche Siedlungen fungierte. Letztere reduzierten in der Folgezeit von 42 auf 18. Gründe für das Verlassen der Siedlungen können Pestepidemien, Änderungen in der Art der Bewirtschaftung oder auch landesherrliche Verfügung gewesen sein. 1512 wurde auch Nischwitz aufgegeben; die Bewohner siedelten ins kursächsische Goltewitz um und bewirtschafteten das Land von dort aus. Die Nischwitzer Fluren wurden von den Dessauer Fürsten nach und nach käuflich erworben und den Fürstinnen geschenkt. Fürstin Agnes begann hier 1644/45, mit der Errichtung eines Sommersitzes. Nach ihrem Tod stoppte die Entwicklung, die erst 1683 unter Henriette Catharina mit der Grundsteinlegung zum Oranienbaumer Schloss fortgesetzt wurde. Es entstand mit dem Ensemble aus Schloss, Park und Stadt ein in Deutschland einmaliger barocker Gesamtkomplex, der das erste im Fürstentum von Grund auf neu gestaltete Gebiet darstellt.

Die Bezeichnung Heide verweist nicht zwingend auf ehemals offenes Land sondern auf trockene, unfruchtbare, nur schwer nutzbare Gebiete, die im Osten Mitteleuropas oft mit Kiefern bestanden sind.

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